Impressionen Woche des Gehirns 2023

Montag, 13. März 2023
Moderation: Prof. Dr. Daria Knoch
Tages-Sponsor: Cerebral

Am Montag befassten sich die drei Vorträge mit der Gehirn- und psychischen Gesundheit über die gesamte Lebensspanne hinweg:

„Gesunde Entwicklung des kindlichen Gehirns“

PD Dr. med. Sebastian Grunt (Forschungsschwerpunkt: Neuropädiatrie)

Dr. Grunt stellte die Struktur des Gehirns vor und erklärte die verschiedenen Entwicklungsstadien – vom Entstehen einer einzelnen Zelle bis zur vollständigen Gehirnbildung. Zudem hob er die Ähnlichkeiten und Unterschiede zu anderen Wirbeltieren und Säugetieren hervor. Darüber hinaus sprach er über die pränatale Bildgebung des kindlichen Gehirns mittels Magnetresonanztomographie. Abschließend gab er einen Überblick über die Gehirnentwicklung von der Neurulation bis ins Erwachsenenalter.

„Psychische Gesundheit in der Lebensmitte“

Prof. Dr. med. Sebastian Walther (Forschungsschwerpunkt: Psychiatrie, psychiatrische Neurowissenschaften)

Prof. Walther führte in die Entwicklung psychischer Erkrankungen ein und erläuterte den Beginn häufiger psychischer Störungen sowie deren langfristige Auswirkungen. Er stellte das Vulnerabilitäts-Stress-Modell vor und erwähnte den Anstieg psychischer Erkrankungen während der Pandemie. Zudem erklärte er die Altersverteilung von Depressionen in der Bevölkerung, deren Verlauf der allgemeinen Wohlbefindenskurve ähnelt – mit dem Tiefpunkt um das 45. Lebensjahr. Abschließend gab er evidenzbasierte Empfehlungen zur Erhaltung der psychischen Gesundheit, darunter leichte körperliche Aktivität und persönliche soziale Kontakte im realen Leben.

„Wie bleibt man im Alter gesund?“

Prof. Dr. med. Reto W. Kressig (Forschungsschwerpunkt: Neurologie, Geriatrie)

In seinem Vortrag erklärte Prof. Dr. Kressig den Alterungsprozess des menschlichen Körpers und Gehirns. Er stellte gezielte Maßnahmen zur Förderung der kognitiven Gesundheit im Alter vor, mit besonderem Fokus auf Achtsamkeit, webbasiertes Gehirntraining, körperliche Bewegung und Muskeltraining. Zudem betonte er die Bedeutung der Ernährung und präsentierte Studien, die den positiven Einfluss von mit Leucin angereicherten Lebensmitteln auf die Muskelmasse zeigen.

Dienstag, 14. März 2023
Moderation: Prof. Dr. Sebastian Walther
Tages-Sponsor: FRAGILE BERN

Am Dienstag standen zwei Vorträge über nationale Pläne zur Förderung der Gehirngesundheit im Mittelpunkt.

„Die europäischen und schweizerischen Pläne zur Gehirngesundheit“

Prof. Dr. med. Claudio L. A. Bassetti (Forschungsschwerpunkt: Neurologie und Schlafmedizin)

In seinem Vortrag stellte Prof. Bassetti das Positionspapier der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Gehirngesundheit vor. Zudem erläuterte er den aktuellen Stand entsprechender Initiativen. Er ging auf die Zusammenarbeit in sozialen und Gesundheitssystemen ein, um Prävention, Therapie und Rehabilitation zu optimieren. Dabei thematisierte er Faktoren, die unser Gehirn beeinflussen, sowie die Häufigkeit und Auswirkungen von Gehirnerkrankungen. Er betonte, dass Strategien zur Förderung der Gehirngesundheit eine Revolution in alternden Gesellschaften darstellen könnten. Während die europäische Initiative für Gehirngesundheit erste Fortschritte macht, befindet sich die schweizerische Initiative noch in der Startphase.

„Die Agenda 2030 des deutschen Plans zur Gehirngesundheit“

Prof. Dr. med. Ulrike Schara-Schmidt (Forschungsschwerpunkt: Neuropädiatrie und neuromuskuläre Erkrankungen)

Prof. Dr. Schara-Schmidt erläuterte die Bedeutung eines nationalen Plans zur Gehirngesundheit, um Kräfte zu bündeln und präventive Maßnahmen gezielt umzusetzen. Sie gab einen Überblick über die Gehirngesundheit über die gesamte menschliche Lebensspanne und veranschaulichte dies anhand von fünf häufigen Gehirnerkrankungen. Während ihres Vortrags stellte sie die Agenda 2022-2030 des deutschen Gehirnplans vor. Ein zentraler Schritt dabei ist es, die breite Öffentlichkeit über die Bedeutung der Gehirngesundheit aufzuklären – ein wesentlicher Meilenstein der Initiative.

Mittwoch, 15.März 2023

„Eternal Sunshine of the Spotless Mind“

Der Einführungsvortrag von Prof. Dr. Thomas König zum Film „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ im Kino Rex führte das Publikum in das Thema psychische Gesundheit als Zustand des Wohlbefindens ein, der es einer Person ermöglicht, ihren Alltag gut zu bewältigen.

Er regte die Zuhörer:innen dazu an, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir mit persönlichen Herausforderungen umgehen können, und diskutierte die Rolle sowie die Grenzen der Medizin. Der Film stellte diese Spannungsfelder auf eine faszinierende und humorvolle Weise dar und inspirierte das Publikum dazu, über mögliche gesunde Bewältigungsstrategien nachzudenken.

Donnerstag, 16. März 2023

Podiumsdiskussion „Mythen und Wahrheiten“

Moderation: Prof. Dr. Tobias Nef

Teilnehmende:
Prof. Dr. med. Mirjam Heldner, Prof. Dr. med. René M. Müri, Prof. Dr. med. Andreas Raabe,
Prof. Dr. med. Roland Wiest, Prof. Dr. phil. Leila Maria Soravia

Am Donnerstag nahmen erneut 223 Personen an der Podiumsdiskussion zum Thema „Mythen und Wahrheiten“ teil.

Zunächst sprach Prof. Dr. med. Mirjam Heldner über Schlaganfälle und deren Kompensationsmöglichkeiten. Anschließend thematisierte Prof. Dr. med. René M. Müri die kreativen Fähigkeiten von Links- und Rechtshändern.

Ein weiterer spannender Diskussionspunkt war die Frage, ob Roboter in Zukunft Neurochirurg:innen ersetzen könnten, sowie die weitverbreitete Annahme, dass Drogen Löcher im Gehirn verursachen.

Zum Abschluss sprach Prof. Dr. phil. Leila Maria Soravia über psychische Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten.

Im Anschluss fand eine lebhafte Diskussion statt, bei der das Publikum zahlreiche Fragen stellen konnte und wertvolle Antworten von den Expert:innen erhielt.